Jüdische Denkmäler in Berlin

Berlin Holocaust Memorial Guide - Jewish memorials in Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es mag fast 75 Jahre her sein, aber beeindruckende jüdische Denkmäler in Berlin sorgen dafür, dass wir der Opfer des Zweiten Weltkriegs gedenken und sie nie vergessen. Wir haben 12 jüdische Denkmäler in Berlin ausgewählt. Einige haben Weltruhm, andere sind in der Öffentlichkeit nicht sehr bekannt, verdienen aber eine Erwähnung in diesem Berliner Holocaust-Gedenkbuch.

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt

Beginnen wir mit einem Jüdischen Denkmal und einer schönen Geschichte, von der nicht viele Berlin-Besucher wissen. Die Hackeschen Höfe ist in letzter Zeit sehr beliebt geworden. Viele Juden arbeiteten und lebten hier vor dem Krieg. Aber der Besitzer einer Bürstenfabrik Otto Weidt machte sie zu einem sicheren Ort für viele blinde und taube Juden, die er während des Krieges einsetzte. Seine Werkstatt ist heute ein Museum.

Rosenthaler Str. 39

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Vielleicht das bekannteste aller jüdischen Denkmäler in Berlin. Ein beeindruckendes Feld von fast 3000 Betonblöcken, das 2004 vom New Yorker Architekten Peter Eisenman entworfen wurde, erinnert an die 6 Millionen jüdischen Opfer, die während des Krieges ermordet wurden. Unterirdisch beherbergt das Museum die Namen von 3 Millionen jüdischen Holocaust-Opfern. Sie befindet sich in der Nähe des Brandenburger Tores in Mitte.

Cora-Berliner-Straße 1

Stolpersteine

Stolpersteine sind 10 x 10 Zentimeter große Messingplatten des Künstlers Gunther Demnig. In Berlin gibt es mehr als 7000. Sie tragen die Namen und das Schicksal der von den Nazis deportierten Opfer und markieren den Ort, an dem sie in Berlin lebten.

Eine Karte mit allen Stolpersteinen in Berlin findest du hier.

Haus der Wannsee-Konferenz

Fünfzehn NS-Beamte trafen sich in dieser Villa am Wannsee im Januar 1942, um über die “Endlösung der Judenfrage”, die Massendeportation und Ermordung europäischer Juden in Polen, zu entscheiden. Heute dient die Villa als Holocaust-Mahnmal in Berlin, das über die verheerenden Folgen des Völkermords informiert, der einst am Wannsee diskutiert wurde.

Großen Wannsee 56-58

Mahnmal Gleis 17

Der Bahnhof Berlin-Grunewald war der Ausgangspunkt für die schreckliche Deportation von über 50.000 Berliner Juden zwischen Oktober 1941 und Januar 1945. 1998 wurde an Gleis 17, wo die meisten Züge abfuhren, eine offizielle Gedenkstätte eröffnet.

Berlin – Grunewald station (S7)

An ode to Jews in fashion: Hausvogteiplatz

Der Hausvogteiplatz war einst das epische Zentrum der Berliner Mode. Jüdische Designer und Stylisten kreierten Mode für Modefans in ganz Europa. Das NS-Regime zwang die Designer, ihre Ateliers an ihre nichtjüdischen Mitarbeiter zu übergeben. Später zerstörte der Nazi während des Krieges den Hausvogteiplatz. Ein Denkmal aus hohen Spiegeln erinnert an diesen einstigen Nährboden für Modedesign-Talente und ihre jüdischen Modeunternehmer.

Hausvogteiplatz

Der verlassene Raum

Ein Tisch, ein Stuhl und ein weiterer Stuhl fielen herunter. Sicherlich ein abbildender Schauplatz und eine Erinnerung an die 164.000 (von 173.000!) Berliner Juden, die die SS ohne Vorwarnung brutal aus ihren Häusern nahm. In einer Wohngegend in Berlins Mitte gelegen, ist es nur eine kurze Fahrradtour von unserem Berliner Hostel entfernt.

Koppenplatz

Jüdisches Museum Berlin

Ein Gebäude in Form eines gebrochenen Davidsterns, entworfen von Daniel Libeskind. Das Jüdische Museum ist eines der bemerkenswertesten Wahrzeichen Berlins und die meistbesuchten Museen Berlins. Das Museum bietet Wechselausstellungen, Pop-Up-Installationen und eine Dauerausstellung mit einem Überblick über die turbulente deutsch-jüdische Geschichte. Es ist also definitiv ein Muss” für ein jüdisches Denkmal in Berlin!

Lindenstraße 9-14

Neue Synagoge Berlin

Seit ihrer Eröffnung 1866 war die Neue Synagoge die beeindruckendste und erstaunlichste Synagoge Deutschlands. Die Synagoge war die einzige, die nach der Kristallnacht intakt blieb, die anderen 12 wurden niedergebrannt oder zerstört. Leider bombardierten die alliierten Streitkräfte die Synagoge in den Jahren 1943-1944 bei Luftangriffen. 1995 öffnete die rekonstruierte Neue Synagoge ihre Pforten. So kann die Synagoge nach 40 Jahren endlich wieder ihren beeindruckenden Platz in Berlin einnehmen.

Oranienburger Str. 28-30

Denkmal für die jüdischen Opfer des Faschismus

In der Großen Hamburger Straße befanden sich einst eine jüdische Schule, ein Friedhof und ein Altenheim. 1942 verwandelte die Gestapo die Schule in einen Transit für Juden, die zur Deportation bestimmt waren. Die Nazis zerstörten den Friedhof 1943 und schufen Platz für Luftschutzräume, wobei sie die Grabsteine zur Wandverstärkung verwendeten. Im Jahr 1945 wurden hier fast 3000 Berliner Kriegsopfer begraben. 1985 schuf der Bildhauer Will Lammert hier das Denkmal für die jüdischen Opfer des Faschismus.

Große Hamburger Strasse

Züge ins Leben – Züge in den Tod

Eine beeindruckende Bronzeskulptur mit 7 Kindern gegenüber dem Bahnhof Friedrichsstraße, die für das Schicksal der jüdischen Kinder steht. Fünf Kinder schauen in eine Richtung und symbolisieren das Schicksal der Deportation in die Konzentrationslager. Zwei Kinder, die in die andere Richtung blicken, repräsentieren die 10.000 Kinder, deren Leben durch den Kindertransport nach England, organisiert vom Londoner Börsenmakler Nicholas Winton, auf wundersame Weise gerettet wurde. Am 30. November 1938 verließ der erste Zug den Bahnhof Friedrichstraße. Der Bildhauer und Architekt Frank Meisler entwarf die Skulptur und war selbst eines der Kinder auf einem Transport nach England 1939. So tragisch diese Skulptur auch sein mag, sie zeigt auch in den dunkelsten Zeiten schöne Zeichen der Hoffnung.

Dorothea-Schlegel-Platz

Gedenkstätte Stille Helden

Die Gedenkstätte Stille Helden ehrt alle Helden, die während des Naziregimes dem jüdischen Volk geholfen haben. Es zeigt also Hoffnung, dass auch während einer Diktatur mutige Deutsche geholfen haben, wo sie konnten. Die Ausstellung zeigt, wie Menschen erfolgreich Juden gerettet, aber auch Versuche, die gescheitert sind.

Stauffenbergstraße 13-14 

 

 

Cover photo credits to  Jean-Pierre Dalbéra